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ACDC Veltins Arena
Ich gebe es ja zu… normalerweise vertrete ich mittlerweile den Standpunkt, dass Bands schon in die Nähe kommen müssen damit ich sie mir anschaue. Früher bin ich kreuz und quer durch Deutschland, Holland und was weiss ich nicht gereist und habe mir angesehen, was gerade gespielt hat. Allerdings betraf meine Wunschliste fast ausschl. Punk und Hardcore sowie einige wenige Ausnahmen. ACDC gehörte ebenfalls unter die Rubrik: “will ich mal gesehen haben” und nachdem das bis dato noch nicht geklappt hatte, war es gestern dann doch soweit. Seit Monaten schlummerten die Karten hier rum und gestern war Einsatztag. Nachmittags ging es los und die Fahrt nach Gelsenkirchen verlief erwartungsgemäß problemlos. Auch der Parkplatz nahe der Nordkurve war schnell gefunden (dazu später mehr)…
Normalerweise lamentiere ich ja immer rum, dass ich das Durchschnittsalter auf einem Konzert schlagartig in die Höhe treibe, sobald ich den Saal betrete. Nicht das ich mich darüber beschweren wollte, denn ich gehörte ja ebenfalls mal zu denen, die für ein niedriges Durchschnittsalter gesorgt hatten. Es zeigt einem eben nur, dass man sich ohne es zu merken zum alten Eisen der Scene entwickelt hat.
Aber zurück zum gestrigen Konzert. Das erste was mir erschreckend auffiel: Verdammt viele Skinheads anwesend!!!
Und die, die sich noch einer vollen Haarpracht erfreuen konnten, waren schon ziemlich stark ergraut. Viele davon gleich mit der ganzen Familie angereist. Also viele Kinder, denen das ACDC T-Shirt mal locker bis zu den Füßen reichte.
Also erstmal den Sitzplatz in der Nordkurve gesucht (ein Konzert mit Sitzplatz, alleine das hätte ich früher schon aus Prinzip abgelehnt). Und selbigen bei der ersten Band wieder fluchtartig verlassen, da man ja auch nicht 5 Stunden auf diesen Plastikschalen ausharren möchte. Ein wenig um die Veltins Arena gewandert und zur Vorgruppe wieder Platz genommen. Vom Platz im Block 39 mühsam versucht irgendwas von der Vorgruppe “The Answer” zu sehen, was nicht gelang und auch nicht in meinen Augen begründet lag. Ich hatte ja erwartet, dass man den Anzeigenblock nutzen würde um das Konzert wenigstens sehen zu können, aber auf dem stand nur permanent der Hinweis, dass die Stadionwährung der Knappe sei und man,(jetzt im englischen O-Ton): “You can buy the Kappenkarte at the Knappenkartenschalter", eben selbige Karten bekommen und aufladen könne. Also stellte ich mich auf das Schlimmste ein und fand mich langsam ab nichts erkennen zu können. “The Answer” waren zwar nicht unbedingt mein Geschmack, aber sicherlich nicht schlecht und wenn man sich anstrengte, konnte man auch erkennen, dass zumindest vor der Bühne einige Bewegung im Publikum war. Also insgesamt sicherlich keine schlecht Wahl um das Publikum anzuheizen. In der Umbaupause entwickelte ich dann schonmal den Plan ein ACDC Instantbox für Live Gigs auf den Markt zu bringen. Man baue eine kleine Bühne, an der Rückwand ein Handy mit ACDC Logo als Hintergrundbild, ein paar Playmobilfiguren positioniert und nun lege man eine ACDC CD ein, positioniere sich in ca. 10m entfernung von der Bühne (stehend) und drehe die Musik auf. Schon hat man das was ich zu erwarten hatte…
Es kam allerdings dann doch etwas anders. ACDC begannen unter dröhnendem Gejubel mit einer Wahnsinnsshow. Zwei Bildschirme an den Seiten, der Große an der Bühnenrückseite und dabei ein Feuerwerk an Lightshow sowie computeranimierten Filmchen und Bildern. Und das vor einem fast vollbesetzten Stadion (Südkurve natürlich nicht, lt. Veltins Arena immerhin stolze 60.000 verkaufte Karten). Über die Lieder brauch man ja nicht viel zu sagen und die Band hatte auf jeden Fall eines, die komplette Arena fest im Griff. Und hier kam auch der Vorteil des Sitzplatzes voll zum tragen, denn man konnte die Effekte perfekt sehen und Dank Kamera und Bildschirmen eben auch das was sich auf der Bühne so tat. Ok, nicht alles… aber wenn man direkt vor der Bühne steht sieht man auch nicht alles. Die etwas mehr wie zwei Stunden Show waren dann auch verdammt schnell rum und man konnte das Ganze als verdammt lohnenswert verbuchen. Lustig auch, wieviele Leute sich diese Blinkehörnchen für 10 Euro gekauft hatten die überall angeboten wurden. Der Weg zurück zum Auto erwies sich als langwierig und schwierig, da irgend so ein Vollhonk einen Lieferwagen mitten auf dem Zugangsweg zum Parkplatz abgestellt hatte. Bis dahin ging es also nur im Gänsemarsch.
Und nun zurück zum Parkplatz: Der typische ACDC Fan bestieg also nun, grauhaarig oder mit Glatze, mit Blinkehörnchen auf dem Kopf, seine M-Klasse!!! Ok, es waren auch zahlreiche Audi A6, 5er BMW, entsprechende Mercedes etc. dabei. Man kam sich im Xantia (joop mein großer läuft immer noch nicht so richtig (gibt einen eigenen Beitrag) und mit der Ente mit 3 Leuten… neeee) ziemlich schäbig vor. Kurz gesagt, wir benötigten ca. 1h um alleine die 100m vom Parkplatz zu schaffen. Damit waren wir allerdings noch lange nicht aus Gelsenkirchen raus. Das führte dann auch zu einem Zwangsstop auf der Raststätte Sauerland um den menschlichen Bedürfnissen nachzukommen. Auf den dortigen sanitären Anlagen viel mein Blick auf den Kondomautomaten. Wie üblich überlegte ich, warum eigentlich diese Dinger immer auf den Autobahnraststätten hängen. Fahren wirklich so viele Leute über die Autobahn irgendwohin zum Poppen und merken dann, dass die das Gummi vergessen haben? Ich meine, die hängen ja nicht zum Anschauen da. Aber dieses mal erstaunte mich der Inhalt dann doch… Neben drei Sorten Kondomen gab es ein Fach mit Penisringen, soweit so gut, und (tusch) Travel Pussy!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! Und ja, das ist wahrhaftig das was ihr jetzt denkt. Über den Preis kann ich leider nichts sagen, denn ich war zu fasziniert um auch noch darauf zu achten. Dinge gibts… Was soll das sein, Bordellersatz für notleidende LKW-Fahrer? An dieser Stelle vielleicht mal ein kleiner Haushaltstipp von einem Freund (der diese Geschichte wirklich jedem auf’s Ohr gedrückt hat und das wohl wirklich ernst meint):
Mit lauwarmem Wasser angefeuchtete Gefrierbeutel sollen wahre Wunder bewirken!!!
Um ca. 03:30 waren wir dann auch wieder in der Heimat und heute kann man rückblickend nur sagen: Geiles Konzert, geile Stimmung und jede Menge Spaß auch ohne Hardcore oder Punk.
et Biedl
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2 Kommentare
Grüsse
Tom