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Putzteufel Teil 1
Ich muss euch mal eine kleine Geschichte erzählen, und zwar die Geschichte von einem Helden. Ein Held des Saubermachens. Bevor ich jedoch damit Anfange sei noch eins zur Erläuterung erwähnt: Wenn ihr einen Todfeind habt, dann solltet ihr nicht hingehen und ihm ein Veilchen schlagen. Da gibt es viel bessere Methoden. Einer meiner Favoriten ist, wenn besagter Todfeind einen gewissen Sauberkeitsfimmel hat, ihn mit einer wirklich gutaussehenden Frau mit langen, dunklen Haaren zu verkuppeln
. Selbst ohne einen Sauberkeitsfimmel weiss ich aus eigener leidiger Erfahrung, dass Frauen sehr viel Wert auf ihr Äusseres legen und das ihre Haare diesbezüglich noch weitaus wankelmütiger sind wie die Frau unter ihnen. Darin vermute ich auch den Grund, dass eine Frau mehrmals am Tag zwischen “Sommer- und Winterfell” wechselt. Dementsprechend sind natürlich auch die Spuren, die Frau überall hinterlässt.
Unser Held wohnt also gerade in seiner ersten eigenen Wohnung und hat es geschafft ein ihm zusagendes weibliches Exemplar abzuschleppen. Nach einer Weile versucht er Sie dazu zu Überreden, dass Sie mit ihrem “Haarausfall” zu einem Arzt gehen soll. Aber er lernt schnell, von seiner zu tode beleidigten Angebetenen, dass die Haare auf dem Boden (irgendwie rotten die sich sowieso immer auf den hellen Fliesen zusammen oder wickeln sich anschmiegsam an den hellbeigen Teppich, während auf den dunklen Schiffsdielen im Flur nicht ein Haar zu entdecken ist) völlig normal sind. Nach nur zwei Tagen wurden sie ein Paar und einen Monat später zogen sie zusammen.Doch eines Tages kam er, der Spruch den alle fürchten:
“Schaaahaaaaatz…. (übertriebenlange Pause) ich muss noch dringend was Einkaufen, kannst Du in der zwischenzeit Saubermachen!!!” Oh nein, die Tätigkeit, der Mann erfolgreich und mit viel Mühe seit einer Ewigkeit aus dem Weg gegangen ist. Der gehetzte Blick… und nichts, was einem jetzt noch Helfen kann und Mist, da fällt die Tür ins Schloss… was nun?… Naktputzservice? Bestimmt lustig aber was wenn sie früher zurückkommt? Also lieber doch nicht. Komplizierter Ohrläppchenbruch? Geht nicht erst letzte Woche auskuriert… Tante Erna? Kann auch nicht schon wieder sterben…
.
Mutig wie es sich für einen Helden ziemt, geht er zur Abstellkammer und beäugt mißtrauisch den Staubsauger. Nach ca 10 Minuten feindlichen Anstarrens dann der Entschluss, ja dann mache ich eben sauber. Raus mit dem Staubsauger und rein mit dem Stecker. Aber er klingt irgendwie komisch und scheinbar hatte sie doch Recht, als sie behauptete, dass er nicht mehr richtig saugt. Aus dem Hintergund erklingt das leise fast nicht wahrzunehmende Lachen der Staubbällchen. Aber bei so einer Gelegenheit lässt sich kein richtiger Mann lumpen und mit einem Schraubenzieher bewaffnet und dem Gedanken, dass er irgendwas vergessen hat geht es ans Werk. Schon bald sitzt er inmitten einer wahren Teilevielfalt auf dem Wohnzimmerboden und starrt wütend auf den Rest Staubsauger. Vielleicht hat der Motor einen Lagerschaden denkt er noch und setzt beherzt den Schraubenzieher an. Mit einem lauten Knall verabschiedet sich die Sicherung und unser Held schüttelt seine Hand wild durch die Luft, doch auch dadurch verschwindet nicht dieses schmerzhafte Kribbeln in den Fingern. Der Staubsauger qualmt derweilen leise vor sich hin und das Kichern der Staubbällchen scheint etwas lauter geworden zu sein. Kurzerhand wird der Staubsauger in der grauen Tonne versenkt und mit dem Auto geht es Augenblicklich in Richtung des örtlichen Staubsaugerdealers .
—to be continued—
et Biedl
