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Woher kannst Du eigentlich so gut Englisch?
Das ist eine Frage die mir recht häufig gestellt wird. Ebenso ist das ein Irrglaube und ich weiss auch genau woher der kommt. Er hat was mit Steaks zu tun. Jeder der hier drüben schon mal in einem Restaurant war, kennt dieses Spielchen. Nehmen wir zum Beispiel gestern Abend als wir im Outback Steakhouse waren. Man kommt in das Restaurant, wird dort meist von einem Madel hinter einem Tischchen in Empfang genommen und zum Tisch geleitet. Noch während man sich setzt ist sie dann auch schon wieder verschwunden. Nichtsahnend macht es plötzlich “PLOPP” und ein anderes Madel steht neben dem Tisch “Hiiiiiiiiiiiiiiiiii” (das hi wird nach hinten in der Tonlage immer höher und wirklich so langgezogen) my name is Janblabla". Darauf folgt in feinstem Schnellsprech “blablablablablablablablabla…” (die Geschwindigkeit liegt derart über der Schallgeschwindigkeit, dass der Knall nicht mehr zu hören ist!!!). Ok, wir waren also beim “blablablablablablablablablablablablablabla Maus!". Vergeblich wartet man auf die Stimme aus dem Off die nun “Das war Serbokroatisch” oder ähnliches verkündet, aber zwei Dinge haben wir schon mal gelernt: Zum einen muss eine amerikanische Bedienung über ein entsprechendes Schnellsprechgen verfügen und zum anderen kann man sich sicher sein, dass eine amerikanische Bedienung jede Nacht vor dem Spiegel eifrig trainiert. Sie verschwindet darauf wieder und lässt uns alleine. Ein verwirrt schauender Kollege guckt mich an und fragt halb lachend: “Hast Du jetzt verstanden was die gesagt hat?". Worauf ich antworte: “Klar, sie heisst Janice, heisst uns herzlich willkommen und hat erklärt, dass das und das (dabei lese ich von der Karte ab wo sie hingedeutet hat) heute im Angebot ist". Ein misstrauischer Blick trifft mich als es schon wieder “PLOPP” macht und selbige Bedienung aus dem Nichts neben unserem Tisch auftaucht: “blablablablablablabla… Maus!". Ich antworte Zielsicher:” No starters, to drink a Sam Adams Winter.” Mein Kollege: “Ähhhhhhhh ja … yes for me too". Während die Bedienung schon wieder abrauscht und ich gefragt werde: “Das hast Du doch jetzt echt nicht verstanden, (gefolgt von einem misstrauischen)oder?” Ich antworte wieder: “Sie wollte wissen ob wir ein Dessert wollen und nachdem ich das verneint habe hat sie gefragt was wir trinken wollen". Voller Ehrfurcht meiner Englischkenntnisse werde ich fast angehimmelt. Daheim wird natürlich rumerzählt ich könnte perfekt Englisch, als wäre das meine Muttersprache, dabei bin ich darin ziemlich schlecht. Das Geheimnis ist einfach ein anderes. Ich bin davon überzeugt, dass nicht mal ein Amerikaner versteht was die einem da entgegenrattern. Der Name wird einfach improvisiert, denn davon versteht man in der Regel zumindest den Anfang. Der Rest ist immer das gleiche. Herzlich Willkommen, wart hier schon mal hier (es bietet sich folglich an, ca. 1,07 Sekunden nach dem Erscheinen der Bedienung mit Yes oder No zu Antworten (die Zuhilfenahme einer Stoppuhr ist glaube ich für Anfänger erlaubt) und eben was gerade im Angebot ist. Beim zweiten Erscheinen will Sie eigentlich nur wissen ob man einen “starter” möchte und was man zu trinken haben will. Die dritte Erscheinung nimmt dann die Bestellung auf, sofern man diese nicht schon beim zweiten “PLOPP” mit aufgegeben hat. Hat man dann sein Essen, “PLOPPT” es so alle fünf Minuten neben dem Tisch. Diese Plopps dienen nur dazu dem Gast mit der Frage ob alles i.O. ist auf die Nerven zu gehen. Hat man den letzten Bissen gerade von der Gabel gelupft, erscheint aus dem Nichts am Rande des Tisches ein kleines ledereingebundenes Mäppchen, dass die Rechnung enthält. Nicht dass man zu lange Sitzen bleibt…
et Biedl