Problemhund Teil 1

Machen wir mal weiter im Text. Wir haben also das Problem, dass unser Hund nach uns “beißt”. Zwar nicht mit voller Kraft, aber immerhin in Situationen wo ihm etwas nicht passt. Also macht er das was Hunde auch untereinander machen, Du gehst mir auf den Senkel –> “knurr, schnapp”. Er sagt uns also, dein Verhalten akzeptiere ich nicht. Seine Absicht ist nicht zu verletzen, sondern einen in die Schranken zu verweisen. Jetzt mag es Menschen geben, die sagen “Ein ordentlicher tritt in die Eier und Ruhe ist”. Nicht so ganz die Lösung die mir vorschwebt. Denn was erreiche ich mit Gewalt, der Hund hat Angst vor mir.Wenn es dann bei mir funktioniert kann ich mir nie sicher sein, wie der Hund bei anderen reagiert. Eine Deutsche Dogge ist kein Schäferhund wie man so schön sagt und extrem eigenwillig. Quintus war vom ersten Tag an nicht gerade einfach. Er dreht viel zu hoch und war schon immer der Meinung, wenn es nicht nach meinem Willen geht, knappse ich dich. Solche Hunde gibt es nun mal und wir haben eben einen davon erwischt. Man kann aber festhalten, bösartig ist er nicht und lernbegierig ist er ebenfalls. Also beste Voraussetzungen aus der Nummer wieder heraus zu kommen. Wenn also Quintus eigentlich nicht verkehrt ist und viele Dinge perfekt meistert, wieso denkt er dann in manchen Fällen er könnte sich so benehmen und damit durchkommen? Selbsterkenntnis ist ja meist der erste Schritt zur Besserung und auch wenn Quintus ein nicht ganz unproblematisches Wesen hat, so liegt das Problem wohl eher an uns. Zuerst einmal scheint er schon im Umgang mit seinen Geschwistern gelernt zu haben, dass man sich mit etwas Gewalt prima durchsetzen kann, wenn man sie dosiert einsetzt. Und wir haben es nicht geschafft, ihm das wieder auszutreiben. Bzw. hat er gelernt, hier mache ich es besser nicht und da komme ich damit durch und erreiche mit etwas Glück mein Ziel. Alles was nun kommt bedeutet Arbeit. Einen tollen Hund bekommt man nun mal nicht geschenkt und da Quintus zumindest Zeitweise ein absolutes no-go-Verhalten an den Tag legt, muss nun dringend was passieren.

Von daher muss zuerst einmal das eigene Handeln in Frage gestellt werden. Wo verhalte ich mich so, dass er denkt er könne mir sagen wo es lang geht? Die Frage ist natürlich gar nicht so einfach zu beantworten, aber man muss meist gar nicht alle Probleme ausschalten. Vieles erübrigt sich schon wenn man die Probleme zumindest weitestgehend reduziert. Ich hatte ja schon geschrieben, dass ich selbst weiß nicht immer der Weltmeister der Konsewuanz zu sein. Als Attila mit zwei Jahren zu uns kam war es noch wichtig, nach einer gewissen Zeit wusste er aber was ich wollte und wo es mir egal war. Er wurde ruhiger und es spielte kaum noch eine Rolle. Von daher konnte ich mir Inkonsequenz durchaus leisten. Das projiziere ich jetzt auf Quintus und zack ist das Problem da.

Fangen wir also mal an zu schauen wo Fehler liegen (und geben wir der Riege der Hundetrainer mal die Möglichkeit sich mit der Hand auf die Stirn zu schlagen) :

  • Ich habe als wir Quintus zu uns holten schon ganz früh angefangen ihm beim Spazieren gehen ein Leckerchen zu geben, wenn Quintus brav neben mir ging und zu mir auf schaute. Dumm nur, ich mache das immer noch. Natürlich dachte ich mir schon, das muss sich mal wieder aufhören aber die Gewohnheit sitzt und so erwische ich mich immer wieder dabei, genau das gerade gemacht zu haben.

  • Wo wir schon mal beim Leckerchen beim Gassi gehen sind. Quintus weiß natürlich exakt wo sich die Leckerchen befinden, nämlich in meiner rechten Jackentasche. Das hat beim Training einen entscheidenden Vorteil, denn er brauch nur zu hören, dass meine Hand in die Tasche geht und er würde alles tun. Wie auch immer, er kann es auch dann hören wenn seine Nase gerade am Boden und er abgelenkt ist. Trainieren wir also das er auf ein “HIER” kommt, hilft es ungemein und mit absoluter Präzision sitzt er ganz kurz später vor mir und ich habe das Leckerchen schon in der Hand und kann es ihm geben (Wenn Bedingung zwei erfüllt ist, dazu komme ich später). Wenn ich allerdings rechts neben mir gehen lasse und er soll stehenbleiben und sich neben mich setzen, dann hat sich tatsächlich ein Problem eingeschlichen. Quinny ist ein Geier und ich habe die Hand noch nicht ganz aus der Tasche raus da pflückt er es mir auch schon aus der Hand. Damit gebe ich ihm Oberwasser.

  • Und wie war das mit Doggen (eigentlich gilt das für alle Hunde). Einmal gesagt, dann muss er es auch machen…

Gegenmaßnahmen dann in Teil 2

et Biedl


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